{"id":176,"date":"2019-09-19T12:25:38","date_gmt":"2019-09-19T10:25:38","guid":{"rendered":"http:\/\/www.sturmstadion-liebenau.at\/CMS\/?p=176"},"modified":"2019-09-19T17:15:44","modified_gmt":"2019-09-19T15:15:44","slug":"vereine-brauchen-infrastruktur-fuer-die-eigene-wertschoepfungskette","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.sturmstadion-liebenau.at\/CMS\/2019\/09\/19\/vereine-brauchen-infrastruktur-fuer-die-eigene-wertschoepfungskette\/","title":{"rendered":"Vereine brauchen Infrastruktur f\u00fcr die eigene Wertsch\u00f6pfungskette"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Die Initiative \u201eSturm braucht eine Heimat\u201c zu Gast beim B\u00fcrgermeister <\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>In\nder heutigen Gemeinderatssitzung will die Grazer Stadtregierung unter der\nF\u00fchrung von Nagl und Hohensinner also die \u201eEin-Stadion-L\u00f6sung\u201c einzementieren\nund damit die wirtschaftliche \u2013 und damit in weiterer Folge auch die sportliche\n\u2013 Weiterentwicklung der beiden Grazer Bundesligavereine auf unbestimmte Zeit\nbremsen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>In\nLinz, einer mit Graz vergleichbaren Stadt, ist man noch vor wenigen Wochen den\ngenau entgegengesetzten Weg gegangen und hat sich dazu entschlossen, den\nVereinen den Bau eines eigenen Stadions nicht nur zu erm\u00f6glichen, sondern\ndiesen auch zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n\n\n\n<p>Da\nwir von der Grazer Stadtregierung st\u00e4ndig belehrt wurden, dass eine\n\u201eZwei-Stadien-L\u00f6sung\u201c eigentlich zu teuer und auch unn\u00f6tig sei, haben wir beim\nLinzer B\u00fcrgermeister Klaus Luger um ein Gespr\u00e4ch angefragt, um uns von ihm\nerkl\u00e4ren zu lassen, warum sich Linz letztlich trotzdem f\u00fcr diesen Weg entschieden\nhat. Jenen Weg, den auch unsere Initiative f\u00fcr Graz fordert.<\/p>\n\n\n\n<p>Da\nman als gr\u00f6\u00dfter Fu\u00dfballverein der Stadt in Graz mehr als drei Monate warten\nmuss, um einen Termin zur Stadionthematik beim Grazer B\u00fcrgermeister zu\nbekommen, war die Erwartungshaltung niedrig. Warum sollte der Linzer\nB\u00fcrgermeister ausgerechnet mit einer Grazer Initiative sprechen? Umso\n\u00fcberraschter waren wir, als wir innerhalb k\u00fcrzester Zeit einen Termin bekamen\nund so fuhren zwei Vertreter der Initiative am 3. September nach Linz und f\u00fchrten\nim Linzer Rathaus ein ausf\u00fchrliches Interview, das am Ende weit \u00fcber das Thema\nFu\u00dfball hinausging und l\u00e4nger als geplant dauerte.<\/p>\n\n\n\n<p>So viel sei schon einmal verraten, auch der Linzer B\u00fcrgermeister war urspr\u00fcnglich ein Vertreter der \u201eEin-Stadien-L\u00f6sung\u201c, bis er sich mit dem Thema ernsthaft auseinandersetzte. Was er sonst noch zu autogerechten Stadien am Stadtrand oder dem \u201eMail\u00e4nder Modell\u201c zu sagen hat, findet ihr im Anschluss.<\/p>\n\n\n\n<p>Dieses Interview best\u00e4rkt uns, die Forderung einer \u201eZwei-Stadien-L\u00f6sung\u201c trotz des heutigen Beschlusses aufrecht zu erhalten und daf\u00fcr zu k\u00e4mpfen, den Fehler der Stadtregierung zu korrigieren. <\/p>\n\n\n\n<p>Das Inteview vom 3. September 2019:<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"https:\/\/www.sturmstadion-liebenau.at\/CMS\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/foto-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-177\" srcset=\"https:\/\/www.sturmstadion-liebenau.at\/CMS\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/foto-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.sturmstadion-liebenau.at\/CMS\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/foto-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.sturmstadion-liebenau.at\/CMS\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/foto-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.sturmstadion-liebenau.at\/CMS\/wp-content\/uploads\/2019\/09\/foto.jpg 1600w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption>Der Linzer B\u00fcrgermeister Klaus Luger.<\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p><strong>Initiative: <\/strong>Im heutigen Interview geht es um die\nStadionsituation in Linz, das k\u00f6nnen Sie sich sicher denken. Auch wir haben\ndiese Entwicklung sehr interessiert verfolgt, da wir ebenfalls um ein eigenes\nStadion f\u00fcr Sturm k\u00e4mpfen. Urspr\u00fcnglich war ein LASK-Stadion am Pichlingersee\ngeplant. Zu unser aller \u00dcberraschung wird der LASK nun aber auf der Gugl\nspielen und Blau-Wei\u00df ein neu gebautes Donauparkstadion bekommen.<\/p>\n\n\n\n<p>Uns w\u00fcrde interessieren, wie hier das Zusammenspiel\nzwischen Politik und den Vereinen war. Wer ist auf wen zugegangen und wie ist\nes zu dieser L\u00f6sung gekommen? Was kann Graz hier lernen?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Klaus Luger: <\/strong>&nbsp;Im Grunde genommen ist das eine relativ\neinfache Geschichte. Die f\u00fchrenden Funktion\u00e4re des LASK haben gedacht, dass sie\nin Pichling ihr Stadion bauen k\u00f6nnen. Meine Einsch\u00e4tzung war, dass auf Grund\ndes gesamten Umfeldes &#8211; es handelt sich dabei um unser Naherholungsgebiet, das\nist so wie bei euch diese Schotterseen&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Initiative: <\/strong>&#8230;der Schwarzlsee<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Klaus Luger: <\/strong>Aktuell ist diese Fl\u00e4che bei uns\ntats\u00e4chlich landwirtschaftlich genutztes Gebiet und sonst gar nichts. Und auf\ndieser Fl\u00e4che war mir klar, dass, falls es \u00fcberhaupt m\u00f6glich ist, ein Stadion\nniemals bis 2022 fertig werden kann. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Initiative: <\/strong>Also haben Sie Bedenken gehabt, als Sie\nvon den Pl\u00e4nen erfahren haben?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Klaus Luger: <\/strong>Ich hatte schwere Bedenken, schon bevor\ndie B\u00fcrgerinitiative auf den Plan getreten ist und das Thema einer Volksbefragung\naufbrachte.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Initiative: <\/strong>Man ben\u00f6tigt daf\u00fcr 6000 Unterschriften.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Klaus Luger: <\/strong>Das hatten die in drei Wochenenden\nzusammen und da war mir klar, dass das Projekt tot ist, egal wie die\nLASK-Verantwortlichen das sehen. Meine \u00dcberlegung war dann, was mache ich? Der\nLASK ist erfolgreich, ein inzwischen sehr gesunder Verein, hat ein seri\u00f6ses Management\nund ist nicht nur ein Linzer, sondern ein ober\u00f6sterreichischer Verein. Mehr als\ndie H\u00e4lfte der Fans, die da ins Stadion gehen, sind keine Linzer.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>&#8230; weil mir in den letzten zwei Jahren bewusst geworden ist, dass das  Mail\u00e4nder Modell \u2013 zwei Vereine nutzen ein Stadion und haben ihre Zentren  irgendwo anders \u2013 in der heutigen Zeit nicht mehr funktioniert. <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p><strong>Initiative: <\/strong>Das ist bei Sturm auch so.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Klaus Luger: <\/strong>Es ist \u00e4hnlich, glaub ich. Also was mache ich? Die sind erfolgreich und haben kein Stadion. Ich habe ein Stadion, das zwar benutzt wird, aber von einem Verein, der einen Zuschauerschnitt von etwa 1.100 hat. Meine \u00dcberlegung war dann, dass ich das Linzer Stadion, wenn ich eine L\u00f6sung f\u00fcr Blau-Wei\u00df finde, dem LASK anbiete, weil mir in den letzten zwei Jahren bewusst geworden ist, dass das Mail\u00e4nder Modell \u2013 zwei Vereine nutzen ein Stadion und haben ihre Zentren irgendwo anders \u2013 in der heutigen Zeit nicht mehr funktioniert. Man braucht f\u00fcr die ganzen Sky-Boxen und die gesamte Vermarktung eine eigene Liegenschaft. Daraufhin habe ich einen Rechtsanwalt, der auch LASK-Anwalt ist, gebeten, er m\u00f6ge bei seinem Pr\u00e4sidenten vorf\u00fchlen, ob es denkbar w\u00e4re, dass der LASK auf die Gugl geht. Es ist nat\u00fcrlich sofort gekommen: &#8222;Ja, aber nur wenn wir dort als LASK ein Verf\u00fcgungsrecht haben&#8220;. Das war mir vorher schon klar, der LASK hat das am Anfang nicht f\u00fcr m\u00f6glich gehalten. Wir haben dann knapp vier Wochen \u2013 viel mehr Zeit habe ich mir auch nicht gegeben \u2013 vom ersten Gespr\u00e4ch bis zum Vertragsentwurf gebraucht. In der letzten Phase war es auch notwendig, den Landeshauptmann einzubinden, der immer ein Patron des LASK-Stadions in Pichling war, sowie die ober\u00f6sterreichische Landesregierung, die sich den Stadionbau v\u00f6llig auf ihre Fahnen geheftet hat. Wir waren nach einem Gespr\u00e4ch dann ziemlich schnell der Meinung, dass das f\u00fcr alle eine gescheite L\u00f6sung ist, aber nur, wenn auch Blau-Wei\u00df eine eigene Heimst\u00e4tte bekommt.<\/p>\n\n\n\n<p>Auf Kosten von Blau-Wei\u00df h\u00e4tte ich das nie getan, weil es\nnicht fair w\u00e4re. Danach haben wir auf politischer Ebene die notwendigen\nVereinbarungen f\u00fcr ein zweites Fu\u00dfballstadion in Linz getroffen.<\/p>\n\n\n\n<p>Zus\u00e4tzlich haben wir noch f\u00fcr die Volleyball-Damen, die\n\u00f6sterreichische Meisterinnen und Cupsieger geworden sind und auch keine\nordentliche Infrastruktur f\u00fcr internationalen Spiele und die &#8222;Final\nSeries&#8220; haben, eine L\u00f6sung gefunden und bauen eine Halle, wo diese\nAnforderungen auch erf\u00fcllt sind. Auch f\u00fcr andere Sportarten, wie zum Beispiel\nHandball.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Initiative: <\/strong>Eine Sportoffensive in Linz.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Klaus Luger: <\/strong>Nicht nur f\u00fcr Fu\u00dfball. Wir bauen auch die Eissporthalle gerade um, erweitern diese zwar nicht kapazit\u00e4tsm\u00e4\u00dfig, aber der Kabinentrakt, ein Teil der Serviceeinrichtungen und der VIP-Club wird neu gemacht werden. Das hei\u00dft &#8211; wir haben in den letzten eineinhalb Jahren eine totale Offensive f\u00fcr Mannschaftssportarten betrieben. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Initiative: <\/strong>Was f\u00fcr eine Summe investiert die Stadt\nLinz in die Stadien?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Klaus Luger: <\/strong>Fix ist, dass wir beim Blau-Wei\u00df-Stadion\ndrei Millionen zahlen. Da reden wir von einem Drittel, wir sind von neun\nMillionen ausgegangen. Aber nachdem uns der Grund geh\u00f6rt, fallen die\nGrundst\u00fcckkosten de facto weg. Es gibt eine Drittell\u00f6sung, ein Drittel Land,\nein Drittel Stadt und ein Drittel Blau-Wei\u00df selbst. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Initiative: <\/strong>Und Blau-Wei\u00df kann das stemmen?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Klaus Luger: <\/strong>Das ist ein bisschen mehr als ein\nJahresbudget. Aber es gibt auch gleichzeitig das LASK-Stadion. Der LASK\nfinanziert die Investitionen ohne st\u00e4dtischen Zuschuss. Sie haben einen\nMietvertrag auf 80 Jahre, der sie aber auch in die Eigent\u00fcmerrechte versetzt.\nAlso eine Art Baurecht.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Initiative: <\/strong>Das ist genau das, was wir anstreben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Klaus Luger: <\/strong>Juristisch ist es etwas anderes, aber es\nist trotzdem quasi ein Baurechtsvertrag. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Initiative: <\/strong>Wir sind auf die Kritik gesto\u00dfen, dass Pichling insofern besser gewesen w\u00e4re, da man dort einen Parkplatz bauen kann, so gro\u00df wie ganz Urfahr. Wo jeder mit dem Auto hinfahren kann. Was sagen Sie dazu und zur Parkplatzsituation?<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p>  Beim Stadion in Pichling kommen die Fans und fahren nach dem Spiel. &#8230;  Ich habe als Stadt Linz nichts davon. <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p><strong>Klaus Luger: <\/strong>Es gibt ein paar objektive Argumente und ein paar subjektive. Wenn Sie in Hartberg wohnen und nach Graz fahren, ist ihnen ein Stadion, wo Sie das Auto hinstellen, hineingehen, sich wieder ins Auto setzen und wieder nach Hartberg fahren lieber. Dasselbe habe ich da mit den \u00fcber 50% LASK Fans, die von Rohrbach bis Gmunden wegen eines Spiels nach Linz kommen. Das kann ich verstehen, aber das ist Old-School. Denn in Wirklichkeit sind solche autogerechten Stadien &#8211; auch international gesehen &#8211; Ausnahmen, zum Beispiel bei den Bayern. Dort ist eines der wenigen rein autogerechten Stadien, weil sie mit dem \u00f6ffentlichen Verkehr viel zu lang brauchen. Wenn Sie einmal eine dreiviertel Stunde nach Garching fahren und dann stehen sie dort und m\u00fcssen noch zum Stadion latschen &#8211; das mag ja lustig sein f\u00fcr Wanderv\u00f6gel, aber es ist ineffizient.<\/p>\n\n\n\n<p>Und ich habe einen ganz anderen Mehrwert beim Stadion im Stadtzentrum. Beim Stadion in Pichling kommen die Fans und fahren nach dem Spiel. Es gibt ja keinen geeigneten \u00f6ffentlichen Verkehrsanschluss. Weit und breit nicht. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Initiative:&nbsp; <\/strong>Das ist ja auch einer der gr\u00f6\u00dften Kritikpunkte. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Klaus Luger: <\/strong>Ich habe als Stadt Linz nichts davon.\nDie Fans sind nicht in der Stadt. Das ist wie in M\u00fcnchen. Was hat M\u00fcnchen\ndavon, wenn 70.000 bei einem Bayern-Spiel sind?<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p> Was hat M\u00fcnchen davon, wenn 70.000 bei einem Bayern-Spiel sind? <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Ein paar gehen vorher vielleicht in der Innenstadt auf ein\nBier und das war es. Bei uns spielt sich das in der Stadt ab. Das haben wir\njetzt bei den Qualifikationsspielen des LASK gesehen. Die Fans sind in der\nInnenstadt.<\/p>\n\n\n\n<p>In der Bundesliga wird der LASK bei guten Spielen schon 8.000-10.000\nLeute haben. Da kommen die Leute dann in die Stadt und sie parken hier auch\nohne Probleme. Wir haben ein Verkehrssystem, um die Leute auf die Gugl zu\nbringen. Oder sie kommen mit dem Zug und gehen vom Hauptbahnhof zu Fu\u00df. Wenn\nsie langsam gehen, dauert es nur eine Viertelstunde zum Stadion.<\/p>\n\n\n\n<p>Ich komme in keiner Stadt, ob das in Barcelona war, in\nMadrid oder in Bologna, bei kleineren Vereinen, auf die Idee, dass ich mit dem\nAuto zum Stadion fahre.<\/p>\n\n\n\n<p>Das war ein strukturelles Problem, das in der Diskussion\neigentlich nicht so eine Rolle gespielt hat. Aber f\u00fcr mich war das von einer\nStadtentwicklung her der Kardinalfehler an dem Projekt in Pichling.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p> Keiner kommt auf die Idee, ein Opernhaus in Pichling zu bauen. <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p>Das ist aber auch ein bisschen eine Glaubensfrage, wie man eine Stadt sieht. Keiner kommt auf die Idee, ein Opernhaus in Pichling zu bauen. Dann haben Sie aber ein Stadion, das ein Teil einer kulturellen Infrastruktur ist und das bauen wir dann dort raus? Da gibt es vielleicht neben finanziellen Gr\u00fcnden ein \u201eEliteding\u201c, dass man ein Stadion nicht in einer Stadt haben will. Ich will das aber in einer Stadt haben.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Initiative: <\/strong>Das ist auch unser Ansatz.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Klaus Luger: <\/strong>Schwierig ist es, wenn ein Stadion in\nst\u00e4dtischem Eigentum ist und man praktisch st\u00e4dtisches Gut privatisieren muss.\nDas ist immer eine politische Frage. Ich privatisiere sonst nicht, ich bin\nSozialdemokrat. Aber in diesem Fall habe ich das nicht sehr ideologisch\ngesehen, sondern als Chance, dass der LASK seine Perspektive wirklich in Linz\nhat. Und gleichzeitig f\u00fcr Blau-Wei\u00df, wo die Wahrscheinlichkeit, dass wir in den\nn\u00e4chsten Jahren so ein gro\u00dfes Stadion ben\u00f6tigen, \u00fcberschaubar ist. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Initiative: <\/strong>Also ist es f\u00fcr Sie als B\u00fcrgermeister\nschon wichtig, dass der LASK aus dem Exil wieder zur\u00fcck in die Stadt kommt. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Klaus Luger: <\/strong>Ja.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Initiative: <\/strong>Sie haben es schon kurz anklingen lassen: F\u00fcr Sie war es nie eine Frage, dass beide Vereine wieder im gleichen Stadion spielen. Das ist auch ein zentraler Punkt bei uns. Der Grazer B\u00fcrgermeister will dies aber durchsetzen. Das war immer schon so. Das hat immer funktioniert. Warum soll das jetzt anders sein? Also warum brauchen wir daf\u00fcr jetzt zwei Stadien.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Klaus Luger: <\/strong>Ich bin nicht da, um ihren B\u00fcrgermeister zu verteidigen, aber ich habe bis vor 2-3 Jahren eine \u00e4hnliche Position eingenommen. Ich glaube die Fehleinsch\u00e4tzung \u2013 und ich traue mich das zu sagen, weil ich die auch gehabt habe \u2013 ist ganz einfach die, dass Sie vor allem im internationalen Gesch\u00e4ft ganz andere Rahmenbedingungen haben. Und, dass die Vereine Infrastrukturen f\u00fcr die eigene Wertsch\u00f6pfungskette brauchen, die es plausibel erscheinen lassen, dass man ein Allein-Servitut hat. Das hat aus meiner Sicht rein \u00f6konomische Gr\u00fcnde. Dass es zus\u00e4tzlich auch identit\u00e4tsstiftender ist, wird auch wahr sein, aber daf\u00fcr bin ich zu sehr betriebswirtschaftlich denkend. Wenn es zu teuer ist, ist f\u00fcr mich die Identit\u00e4t auf Platz 2. Wenn man sich die Finanzierungssysteme ansieht \u2013 und das wird bei Sturm nicht anders sein wie beim LASK \u2013 dann m\u00fcssen Sie ein Objekt haben, das Sie von hinten bis vorne allein vermarkten k\u00f6nnen. Sie k\u00f6nnen es nicht jede Woche neu &#8222;branden&#8220;, sie k\u00f6nnen es nicht jede Woche neu umbauen. Bei uns war es ja ganz dramatisch. Allein wenn man sich den VIP-Club anschaut. Der LASK braucht einfach doppelt so viel Fl\u00e4che f\u00fcr den VIP-Club wie Blau-Wei\u00df. <\/p>\n\n\n\n<p>Das kann sich auch einmal \u00e4ndern, aber von der Struktur her brauchen Sie ein eigenes Haus, auch zur Refinanzierung oder zur Finanzierung des Vereins. Das \u2013 glaube ich \u2013 muss man in der heutigen Zeit so sehen. Diese Einsicht ist auch in Gespr\u00e4chen mit Leuten, die sich im Fu\u00dfball-Business besser auskennen als ich, schnell herausgekommen. Da geht es prim\u00e4r um Business und sekund\u00e4r um Fu\u00dfball. Das Business-Modell ist Fu\u00dfball. Man besorgt sich nicht Geld, damit man Fu\u00dfballspielen kann, sondern man spielt Fu\u00dfball, damit man Geld machen kann. Das ist in den Vereinen so. Das ist Business. Das ist eine Unterhaltungsindustrie mit hoher Wertsch\u00f6pfungskette und hoher Identifikation. Und darum bin ich froh, dass der LASK wieder da ist und sich das Verh\u00e4ltnis zur Stadt normalisiert hat, weil ich glaube, dass St\u00e4dte sich auch \u00fcber Fu\u00dfball definieren k\u00f6nnen. Nicht nur, aber durchaus. Wenn Sie Deutschlands Mittelst\u00e4dte anschauen, zum Beispiel Kaiserslautern fr\u00fcher, was ist denn das? <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Initiative:<\/strong> Kleiner als Klagenfurt.<\/p>\n\n\n\n<blockquote class=\"wp-block-quote\"><p> Der Fu\u00dfball jedoch kann Emotion st\u00e4rken. Man definiert sich dann, weil  man stolz ist, aus einer Stadt zu kommen, wo ein Verein gegen Madrid  nicht 6:0 verloren hat. <\/p><\/blockquote>\n\n\n\n<p><strong>Klaus\nLuger:<\/strong> Ja es\nist so (lacht). Und in Linz ist es halt so, wir sind noch immer die\nIndustriestadt und das will ich auch bleiben. Wir sind auch eine Stadt der\nDigitalisierung, in \u00d6sterreich diesbez\u00fcglich die Nummer Eins, aber das sind nur\n\u201eHard Facts\u201c. Das ist unser R\u00fcckgrat, das ist unsere St\u00e4rke, das ist aber keine\nbesondere Emotion. Der Fu\u00dfball jedoch kann Emotion st\u00e4rken. Man definiert sich\ndann, weil man stolz ist, aus einer Stadt zu kommen, wo ein Verein gegen Madrid\nnicht 6:0 verloren hat. Also man hat schon einen Imagewert auch dazu.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Initiative:<\/strong> Eine abschlie\u00dfende Frage h\u00e4tten\nwir noch. Sie sind zwar Linzer, aber es w\u00fcrde uns interessieren, ob Sie f\u00fcr\nSturm oder f\u00fcr den GAK gr\u00f6\u00dfere Sympathien hegen. <\/p>\n\n\n\n<p><strong>Klaus Luger:<\/strong> (lacht) Nicht nur weil Sie hier sitzen, aber f\u00fcr Sturm.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Initiative:<\/strong> Vielen Dank f\u00fcr das Interview. <\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Initiative \u201eSturm braucht eine Heimat\u201c zu Gast beim B\u00fcrgermeister. <\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":147,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[11,10,7,8],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.sturmstadion-liebenau.at\/CMS\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/176"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.sturmstadion-liebenau.at\/CMS\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.sturmstadion-liebenau.at\/CMS\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sturmstadion-liebenau.at\/CMS\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sturmstadion-liebenau.at\/CMS\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=176"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.sturmstadion-liebenau.at\/CMS\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/176\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":186,"href":"https:\/\/www.sturmstadion-liebenau.at\/CMS\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/176\/revisions\/186"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sturmstadion-liebenau.at\/CMS\/wp-json\/wp\/v2\/media\/147"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.sturmstadion-liebenau.at\/CMS\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=176"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sturmstadion-liebenau.at\/CMS\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=176"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.sturmstadion-liebenau.at\/CMS\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=176"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}